Kalt ist es hier. Liegt aber vielleicht auch an der mitgebrachten Erkältung, dass mir die Stadt kalt erscheint. Davon abgesehen ist die Stadt sehr angenehm, und viel vielfältiger, als ich es erwartet hätte. Mit einem hätte ich auf keinen Fall gerechnet, und war also überrascht: andere Touristen. Voreingenommen, sicher. Aber als Richtmass habe ich mir die Existenz von Reiseführern gemacht, und es sind weder welche in deutsch noch in englisch zu haben gewesen. Erst hier finde ich Informationsmaterial im Buchladen.

Und die Stadt hat tatsächlich einiges zu bieten, nicht nur Geschichte und Geschichten. Es gibt eine Uni und damit viel junges Volk, man kann wandern und es gibt Restaurants, die das Prädikat ‚experimentell‘ tragen sollen – ob das nun immer so gewollt ist sei dahingestellt, es funktioniert jedenfalls mal für mich ganz gut. Jetzt sind die Eindrücke von nur einer nicht mal ganz vollständigen Woche kein komplettes Bild, aber ich weiß genug, um es hier zu mögen.

Wir fahren nach Mostar. Man sieht die Spuren den letzten Krieges noch.

Alte Stadt, rings um eine Brücke – konsequenterweise heißt sie stari most, also alte Brücke. Wenig davon entfernt sitzen wir in einem Club in einer Felshöhle, der orientalich dekoriert ist, Techno läßt lokale und Touristenkinder hopsen, die Dorfschönen führen ihre höchsten Schuhe und engsten Hosen vor – hier genauso, wie es anderswo an Samstagabenden auch ist.

Am Morgen bekommen wir widerwillig präsentiert ein doch wirklich gutes Frühstück (geht nichts über ehrliche Kellner: wenn Du Eindringling bist, kannst Du Dich auch ruhig so fühlen..) und fahren weiter nach Neum. Die Landschaft ist bizarr, so viele Berglandschaften in so kurzem Wechsel sind schon spannend für ein Flachlandkind wie mich. Ja und plötzlich ist sie da, die Adria.

Mehr Bilder gibts bei flickr.