Ich habe das mal umgezogen von der Startseite, sie wurde mir langsam zu voll. My apologies to the impatient requesters: I still didn‘t take any pictures of Hong Kong firefighters or policemen

Kurz vor Mitternacht, alle Systeme werden nach und nach runtergefahren und man bereitet sich eigentlich schon aufs Bett vor – genau in dem Moment macht ein Feueralarm so richtig Spaß. Dass es ein falscher Alarm war wußte ich nicht, war mir aber wirklich sehr recht, und als ich das bemerkt hatte konnte ich mich völlig dem Beobachten widmen. Es beruhigt mich ungemein, dass in kürzester Zeit (nein, liebe Freunde daheim in Deutschland, lieber Martin in Hong Kong – ich habe KEINE Stopuhr benutzt) drei Löschzüge und ein Rettungswagen kamen. Die vor dem Haus in Zweierreihe parkenden Taxis haben das zwar schwer gemacht, aber alles ging wie immer in dieser Stadt doch irgendwie seinen Gang. Die Taxis zu sehen allein schon war die Reise 12 Etagen tiefer über den klebrigen Treppenflur wert: wie gesagt, Zweierreihe, also war eine Spur zum fahren noch frei. Da parkten dann die Feuerwehrautos, der Fahrer blieb drin, während die anderen sich schonmal an die Arbeit machten. Als die Taxifahrer 1) genug gesehen hatten 2) Ihr Auto wieder bestiegen hatten und 3) noch eben neue Kundschaft rekrutiert hatten sind sie blitzschnell weggefahren, dann konnten auch die Feuerwehrautos gescheit parken und der übrige Verkehr lief dann auch wieder – wenn auch langsam, immerhin gab’s was zu sehen.
Für einige meiner Nachbarn, die ich vor heute noch nicht kannte war allerdings auch ich eine Attraktion. Die Frage nach meinem Behufe stand deutlich in einigen Gesichtern. Was mich besonders verblüffte war der Ablauf. Obwohl ich noch in Ruhe taugliche Kleidung angezogen hatte und alles ausgeschaltet hatte, inklusive Licht und Klimaanlage, obwohl ich wirklich nicht schnell gelaufen bin und im obersten Stock wohne war ich die zweite, die unten angekommen ist – nach einer Nachbarin aus dem 4. Stock, die eher aus Neugierde als aus Angst die Treppen in Angriff nahm. Ich stehe also recht allein vor dem großen Haus, sehe an ihm nach oben, und viele Gesichter, davon einige Kinder, sehen zu mir herunter. Irgendwas läuft hier anders als ich es gelernt habe, dachte ich. Eine ältere Frau aus dem Haus sagte, dass sie schon lange hier wohnt und noch keinen Feueralarm erlebt hätte, weder falsch noch echt. Das machte die Gesichter aus den Fenstern noch ein bißchen unfaßbarer.
Einige Minuten und viele Worte später hatten die Jungs von der Feuerwehr ihre Zangen, Beile und Brecheisen wieder verstaut und sich auf den Rückweg gemacht. Der Aufzug war verstopft, also gings die 12 Etagen auch wieder zu Fuß nach oben. Dusche, schlafen. Gute Nacht, meine sehr verehrten Damen und Herren.